„Nadelstiche“ – Brief aus Köln an MdB

Sehr geehrte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete,
mit diesem Schreiben wende ich mich an Sie mit der Bitte, mich von der Militärsteuerpflicht frei zu stellen, und den entsprechenden Anteil für zivile Zwecke zu verwenden.

Begründung:
Zitat von UNICEF, Januar 2017:
Wir können uns keine Ruhe gönnen, so lange es Kinder gibt, die leiden. Überall auf der Welt sind Kinder betroffen von zahlreichen Krisen, und der Bedarf für notwendige Hilfe ist in vielen Ländern groß: nicht zuletzt in Konflikt ausgesetzten Ländern wie z.B. Syrien, Jemen oder Nigeria. Kinder haben einen desperaten Bedarf an Ernährung, Beschützung, Fürsorge und Schulbesuch.
UNICEF hilft Kindern, soweit die Mittel reichen. Mit mehr Mitteln könnten wir viel mehr erreichen.

Immer mehr zeigt sich mir, wie militärische Einsätze humanitärer Hilfe im Wege stehen. Ich kann nicht die Augen davor verschließen, dass meine Militärsteuergelder das Elend der Kinder in den Krisengebieten weiter verschlimmern.
Und es ist auch nicht mit meinem Gewissen vereinbar, dass die deutsche Rüstungsindustrie daran immer mehr verdient. Wo bleibt da Ihr Gewissen als Abgeordnete?
Die Rüstungsindustrie exportiert immer mehr Waffen und Sie nicken das einfach so ab? Sagen Sie hier endlich STOP!

Das Bürgerbündnis 2017 hat ein Wahlprogramm der Zivilgesellschaft zusammengestellt. Bevor ich meine nächste Wahlentscheidung treffe, werde ich mit den Kandidierenden für den nächsten Bundestag zu den o.a. Themen ein Gespräch führen.
Es ist mir wichtig, dass Sie als Steuergesetzgeber die Möglichkeit schaffen, eine Freistellung von der Militärsteuer für die Menschen zu erreichen, die dies aus Gewissensgründen nicht tun wollen.
Meine Steuern werde ich weiterhin zahlen, allerdings soll der entsprechende Betrag friedensfördernden Maßnahmen wie z.B. UNICEF zugutekommen.

Ich hoffe auf einen positiven Bescheid. Es eilt. Leidende und unterernährte Kinder können nicht warten.

Annemarie Wahab

 

Ein Gedanke zu „„Nadelstiche“ – Brief aus Köln an MdB“

  1. zum Thema Militärhaushalt und Friedessicherung:
    Ich bin ünerzeugt, dass wir einen militärischen Schutz brauchen. Ich bin aber auch überzeugt davon, dass dieser nur ein Teil dessen sein kann, was unseren Frieden sichert. Ein ebenso wichtiger Teil – oder vermutlich strategisch deutlich wichtiger: Die zivile Friedenssicherung.

    Ein Gedanke hierzu:
    Gemessen an Astrengungen zur zivilen Freidenssicherung (Friedensforschung, humanitäre Aktionen, Voklsbildung in Sachen Freidenskommunikation (GFK, …) und, und, und … sind die Militärausgaben vermutlich um ein vielfaches höher.
    Vielleicht wäre es eine gute Sache, wenn die BRD beides in einem Haushalsblock zusammenfassen würde. Gegenüber einer „2,5% Forderung“ könnten beide Teile gesamtheitlich betrachtet werden und der zivile Teil könnte im selben Sinnzusammenhang ausgebaut und finanziert werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.